Täter und Opfer zugleich?

-Der Fall des Johann Gottlieb Kutschke und die letzte Hinrichtung in Lichtenstein- Spektakuläre Kriminalfälle erschüttern bis heute immer wieder die Öffentlichkeit, schüren die Angst vor dem Verbrechen und wirken zugleich irgendwie faszinierend auf den Betrachter. Ein solch aufsehenerregendes Verbrechen geschah am 15. Januar 1858 in der damals noch selbstständigen Stadt Callnberg bei Lichtenstein. Es handelt sich um den grausamen und kaltblütig geplanten Doppelraubmord an dem 68jährigen Fleischermeister Johann Friedrich Günther und dessen 76 Jahre alter Ehefrau Johanne Christiane Caroline, ge...
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Die Linien des Hauses Schönburg

Die vorliegende Übersicht von Theodor Schön stammt bereits aus dem Jahre 1910 und gibt einen groben Überblick über die Linien des Hauses Schönburg. Begleitend dazu soll an dieser Stelle ein kurzer Einblick in die Hintergründe der Schönburgischen Erbteilungen gegeben werden. Das Haus Schönburg, welches im Mittelalter vermutlich aus der Reichsministerialität hervorgegangen war, zählte bis in das 17. Jahrhundert zum Stand der Reichsherren. Im Jahre 1700 erfolgte schließlich die Erhebung in den Reichsgrafenstand sowie im Jahre 1790 die Erhebung der sogenannten Oberen Linie in den erblichen Reichs...
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Christian Gotthelf Schmeiser

-Karrierestart im Schönburgischen-Die Langenchursdorfer Schulgeschichte lässt sich derzeit bis 1613 zurückverfolgen. Damals starb der Schulmeister Heinrich Müller an der Pest. Waren in diesem  17. Jahrhundert Schulmeister für die Bildung der Dorfjugend zuständig, so übernahm ab 1700 ein Diakon dieses Amt. Gleichzeitig unterstützte er den Dorfgeistlichen, der neben Langenchursdorf und Falken auch die Tochterkirche Langenberg mit dem eingepfarrten Meinsdorf zu betreuen hatte. Während in Langenberg weiter ein besonderer Schulmeister arbeitete, stellten die Diakonen in Langenchursdorf bald z...
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Zu Gast am Hofe zu Lichtenstein

-Menübeispiel aus dem Lichtensteiner Küchenbuch vom 14. Oktober 1720- Der folgende Auszug aus dem Küchenbuch des Grafen Otto Wilhelm von Schönburg-Lichtenstein (1678–1747) gibt einen kleinen Einblick in die barocke Tafelkultur des frühen 18. Jahrhunderts. Herrschaft und Dienerschaft speisten dabei getrennt, und zwar nicht nur in verschiedenen Räumen, sondern auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Das Hofpersonal nahm seine Mittagsmahlzeit je nach Rang beispielsweise bereits um 11 Uhr am Kammertisch oder schon um 10 Uhr am Beitisch ein. Hochgräfliche Taffel[verm. die Tafel derjungen Herr...
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Die Pfarrei von Oberwinkel und das Kloster Remse im Jahre 1533

-Katholisch in Lehre, Leben und Zeremonien- Im Jahr 1533 besuchten mehrere kurfürstlich-sächsische Pfarrer und Gelehrte die Kirche Oberwinkel. Ihr Urteil über die geistlichen Zustände war vernichtend und bindend, denn seit 1495 waren die ernestinischen Kurfürsten von Sachsen auch Vögte des Klosters Remse, zu dem die Pfarrei, das Dorf und die Mühle Oberwinkel (heute Glänzelmühle) gehörten. Vorausgegangen war ein langjähriger Streit mit den Herren von Schönburg, die letztlich auf ihre Vogtei über Remse im Tausch gegen mehrere Dörfer verzichteten. Während der sächsische Kurfürst Friedrich III...
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Vorreiter in der Frauenbewegung?

Die Ausbildung von Frauen in den Schönburgischen Herrschaften des 19. Jahrhunderts Wie bereits hinlänglich bekannt sein dürfte, war es im ausgehenden 19. Jahrhundert nur wenigen Frauen vergönnt, einen Beruf zu erlernen. Nur unter größten Schwierigkeiten war es ihnen überhaupt möglich, eine gymnasiale Ausbildung, geschweige denn ein Studium zu absolvieren. So etwas war ungeheuerlich und nahezu verpönt. Die wissenschaftlich-akademische Welt war den Männern vorbehalten. Gegner des Frauenstudiums argumentierten scheinbar vorrangig wissenschaftlich-biologisch. Hierbei sei nur die am meisten ve...
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„Man hat sich sehr behutsam aufzuführen“

Die Geschichte der Grafen und Fürsten von Schönburg im Muldental! Wir begeben uns zunächst in das Jahr 1700. Ganz Sachsen ist von den Wettinern besetzt! Ganz Sachsen? Naja, fast! Bis auf ein kleines Territorium in Südwestsachsen, das immer noch Widerstand leistet! Es handelt sich um die Schönburgischen Herrschaften – eines der ältesten Territorien Mitteldeutschlands und eines der wenigen, das seine Eigenständigkeit bis ins 18. Jahrhundert hinein bewahren konnte. Inmitten Kursachsens an der Zwickauer Mulde zwischen Zwickau und Chemnitz gelegen, war das kleine Schönburgische Land mit wei...
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Gersdorf, der Geburtsort der Zuckertüte!

Ein persönlicher Bericht von Bürgermeister Erik Seidel Bis etwa 2010 stritten sich Jena und Dresden, wer denn die Geburtsstadt der Zuckertüte sei. Es gab schriftliche Ersterwähnungen von 1817 und 1820. Dann nahm ein Hamburger Ex – Lehrer ihnen die Hoffnung auf den süßen Titel. Der Schulanfangsforscher Hans – Günter Löwe entdeckte eine noch ältere schriftliche Quelle: Der Pfarrersohn Karl – Gottlieb Brettschneider aus Gersdorf (bei Zwickau) schrieb 1782 in seinen Erinnerungen, dass er zum Schulanfang vom Schulmeister eine Zuckertüte erhielt. Er fand das deshalb erwähnenswert, weil er sein...
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